Twin Mag

 

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Seit 10 Jahren ist Phil als profesioneller Freerider unterwegs, davor steuerte er auf einem Bike den Berg hinunter. Am (12.02,07) wurde er stolzer Familienvater und seit einem Jahr besitzt er mit einem Freund den Cross Road Mountainbike Shop in Martigny.

Wer ist Phil Meier?

Ich bin 32 Jahre alt, seit fast 10 Jahren Profi Skier, davor fuhr ich 7 Jahre Downhillrennen. Die letzten 3 Jahre davon im Schweizer National Team. Ich bin Familienvater, mein Sohn der ist 1,5 Jahre alt. Ich bin verheiratet und wohne seit ich vom Skifahren lebe im Wallis. Ich bin halb Jamaikaner und halb Schweizer, aufgewachsen bin ich in Genf.

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Bist du schon immer Ski gefahren oder erst nach dem Downhill-Biken damit begonnen?

Seit ich 3 Jahre alt bin, durfte ich mit meinem Vater Skifahren gehen. Mit 10 Jahren konnte ich zum ersten mal einen Heliski-Run absolvieren in der Nähe von Zermatt. Mein Vater und ich sind von Anfang an sehr viel Offpiste gefahren und mit der Zeit immer mehr. Mit 16 Jahren habe ich begonnen zuerst crosscountry, dann Downhillrennen mit dem Bike zu fahren. Dies habe ich rund 7 Jahre lang gemacht. Natürlich den Winter durch immer viel auf den Skiern gestanden. Mit der Zeit wurde mir das Training und die Rennen zu viel und ich hatte nicht mehr so viel Zeit zum Ski fahren. Zur selben Zeit begann ich mit Christophe Margot Fotos zu machen. Anfangs nur mit dem Bike dann sagte ich ihm er solle doch mal mit zum Freeriden kommen um Skibilder zu machen. Damals konnte ich Backflips und 720, was damals sehr neu war. Er konnte die Bilder gut publizieren, so kam Salomon auf mich zu als sie 1999 ein Team gründeten. Zuerst fuhr ich 2 Jahre für Salomon Schweiz, danach Salomon International was mir sehr viel geholfen hat, weil einfach der Support viel besser ist. 2004 wechselte ich zu Scott was ihnen und mir viel bringt, denn ich kann für sie verschiedene sachen (webung, ski fotos und film, ski developpment…) machen auch mit dem Bike und wir können so das ganze Jahr über gegenseitig voneinander profitieren.

Du bist in diesem Fall auch im Scott Bike Team?

Ja seit diesem Jahr bin ich auch offiziell im Scott Bike Team, aber mein Beruf ist noch immer Skifahrer. Nebenbei ein bisschen Downhill-Biker, so quasi mein Hobby bei welchem ich unterstütz werde.

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Was war dein Schritt zum professionellen Skier? Wie wird man Pro Skier?

Einfach so also, ja zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Als ich noch klein war und du mich gefragt hättest was ich mal werden will, hätte ich sicher gesagt Mountainbike-Profi! Auf einmal war ich dann Profi-Skier. Ich machte ging natürlich immer mehr zum Skifahren. Es machte mir Spass ich konnte einige Vorschritte machen und hatte gute Fotos. Im Jahre 2002 war ich einer der wenigen, welche Misty’s oder D-Spin’s sprangen. Auch das Backcountry-Freestyle brachte ich in Europa zum ersten mal. Ich hatte ein Foto im Jahr 2002, wo ich einen Misty über ein Cliff machte. Dies war in der hiesigen Szene völlig neu und modern, das brachte mir sehr viel. Um Profi zu werden brauchst du sicher Talent und auch ein bisschen BlaBla. Du musst viele Leute kennen und mit den richtigen Fotografen zusammenarbeiten, welche dir Medien Coverage verschaffen. Viel Arbeit ist natürlich auch physisch, will heissen gutes Training. Du musst einen Mittelweg zwischen Business und Skifahren finden. Beim einen musst du dich gut verkaufen können und beim anderen musst du einfach fit sein und ein gutes Niveau mit einer gewissen Konsistenz haben. Das eine geht nicht ohne das andere! Es spielt einiges zusammen, damit du weiter kommst und davon leben kannst.

<Um Profi zu werden brauchst du sicher Talent und auch ein bisschen BlaBla.>

Du hast ja bereits sehr viel erreicht, gute Contest Resultate und viel Medienpräsenz. Gibt es für dich noch Fortschritte?

Seit nun 6 Jahren mache ich meistens Bigmountain Skiing und jedes Jahr lerne ich wieder so viel dazu. Auch von meinen Freund zum Beispiel Seb Michaud. Wir haben bereits viele Trips zusammen gemacht, und ich frage ihn oft: Was meinst du hier, kann ich da springen, wie schaut es dort drüben aus? Er hat sehr viel Erfahrung und dies hilft mir meine zu erweitern in dem er mir Tipps gibt worauf ich achten soll, worauf ich mich Konzentrieren muss. So lerne ich noch jeden Tag. Und ich denke solange ich lernen kann werde ich auch weiterhin so aktiv in der Szene sein. Wenn der Tag kommt an dem du sagst, ich kann persönlich nicht mehr besser werden, dann bist du fertig.

 

Hast du auch einen Beruf gelernt?

Ich habe eine Lehre als Buchhalter abgeschlossen. Danach habe ich die Matura in einem Zusatzjahr nachgeholt. Danach arbeitete ich als Buchhalter in einer Handelsfirma. Und dann nur noch Skifahren. Auch während meiner Lehre und der Arbeitszeit hatte ich viel Freizeit um an den Downhill-Rennen teilzunehmen oder zu trainieren. Nach rund 11 Monaten in der Handelfirma wollte ich mein Pensum auf 50% reduzieren um Skifahren zu können. Die ging leider nicht und so kündigte ich 2 Wochen später. Im September 1999 zog ich bereits nach Verbier. Mein Vater war nicht gerade erfreut, bezahlte mir aber das erste Jahr die Wohnung im ersten Winter und ich wollte schauen wie es danach läuft. Und seit nun rund 4 Jahren kann ich gut vom Skifahren leben.

Wie bringst du alles unter einen Hut, was ist dein Ausgleich zum Ski Sport?

Wenn ich im Winter unterwegs bin, bin ich Skifahrer, zuhause bin ich Familienvater und im Geschäft bin ich in meinem Geschäft. Man kann nicht alles zusammen machen, das funktioniert nicht. Ich möchte nicht mit meiner Familie auf einen Skitrip gehen. Weil wenn du am Morgen losgehen müsstest und der Heli wartet, nimmst du dir noch Zeit für die Familie und schon verschiebt sich dein Tagesablauf. Wenn du dann deine Runs machst und dich deine Frau anruft, weil irgendetwas ist, das geht nicht. So könntest du dich kaum auf deine Arbeit konzentrieren. Aber andersrum mache ich zuhause nichts fürs Skifahren, dann bin ich nur für meine Familie da. Normalerweise bin ich jeden Montag und Donnerstag bei meinem Sohn, weil dann meine Frau arbeitet. Dies versuche ich unbedingt so zu behalten. Klar im Winter wenn ich montags schönes Wetter habe muss ich dann arbeiten gehen, dann tausche ich mit anderen Tagen. So versuche ich wirklich meinen Fokus darauf zu legen was ich gerade mache um mich möglichst auf dies zu konzentrieren. Dies ist meine Art zu arbeiten, ich denke nicht, dass alle so funktionieren müssen, aber für mich ist es das Beste.

<Aber man freut sich natürlich umso mehr darauf wieder nach Hause zu kommen.>

Du bist also ausgewogen und glücklich mit deinem Leben?

Ja sehr. Mit der Familie ist es nicht einfacher geworden, es ist schwierig wenn du lange weg bist und zum Beispiel Downdays hast wo du sowieso nur warten musst. Aber man freut sich natürlich umso mehr darauf wieder nach Hause zu kommen.

Wie war deine letzte Saison, fährst du viele Contests?

Ich bin noch nie viele Contests gefahren. Am Anfang als Freestyler bin ich viele Demos mitgefahren für Salomon. Dann kam ich mehr und mehr zum Big Mountain Skifahren und da mache ich viel mehr Fotos und Filme. Zweimal war ich beim Verbier Extreme eingeladen und dieses Jahr auch beim Big Mountain Pro, welches ein Tourstopp der World Freeride Tour war. Dieser Contest ist ziemlich wichtig und ich konnte als 3ter abschliessen. Beim Verbier Extreme hatte ich leider einen kleinen Sturz, wurde aber trotzdem 8ter. Für mich ist es eigentlich sehr gut gelaufen, ich hatte eine super Lauf, aber wenn du Risiko auf dich nimmst, kann es halt einen Sturz geben. Ich hatte schon Spass an den Contest, auch nächstes Jahr werde ich sicher wieder einige absolvieren. Aber es ist einfacher und interessanter wenn du Trips unternimmst. So kannst du dahin fahren wo gerade der beste Schnee ist und in 10 Tagen super Film und Fotomaterial produzieren. Dies gibt dir vielleicht 6 Seiten in einem Magazin. Wenn du einen Contest gewinnst, erscheinst du ev. auf einer Seite. Da bringt dir der Trip mehr, denn die Leute schauen sich oft nur die Bilder an und lesen ev. interessante Artikel.

Hattest du noch nie schlimme Verletzungen?

Oh doch! Ich hatte beide Hüften ausgekugelt, Kreuzband gerissen, Sprunggelenk gebrochen, die Schulter ausgekugelt und diverse Hirnerschütterungen.

Geschah dies alles beim Skifahren?

Ja alles ausser das Sprunggelenk. Dies geschah bei einem stupiden Roadgap mit dem Bike. Vor 3 Jahren am 1. November sahen wir ein super schönes Road Gap, ich bin gesprungen und landete 1m zu kurz. Der Arzt war sich nicht ganz sicher ob es gebrochen ist oder nicht und so fuhr ich den gesamten Winter mit Medikamenten. Für Filmaufnahmen war es ein super Winter aber für mich persönlich war es schlimm. Seit damals mache ich ab Mitte Oktober keine Sprünge oder risikoreiche Sachen mehr für Bike-Shootings, denn es wäre zu dumm wegen so etwas eine Saison aussetzen zu müssen.

Musik. Ist die Musik wichtig für dich? Motiviert, inspiriert dich Musik?

Ja sehr viel, vor allem Anfangs Saison beim Training und Ski testen in Saas Fee oder Zermatt. Bis etwa Mitte Dezember höre ich viel Musik, dass motiviert und es macht Spass, aber während der Saison fahre ich nie mit Musik. Da musst du voll konzentriert sein. Mit dem Helm hörst du sowieso schon ein bisschen weniger und du musst auf Geräusche achten, wegen Lawinen oder wenn jemand etwas über Funk sagt. Ich denke dann ist es mit Musik einfach zu gefährlich.

Ein Dauerthema ist momentan die Klimaerwärmung, was denkst du, wird es bald vorbei sein mit dem Skifahren?

Ja vielleicht schon, darum habe ich ein Bikegeschäft eröffnet! Man sieht ja in den Bergen das es wärmer wird, aber der letzte Winter war wieder super, es gab überall viel Schnee, es war ein super Winter. Ich denke Skifahren hat noch ein par Jahre Zukunft, aber vielleicht in 50 Jahren wird es schon schwierig, wer weiss.

Wer ist die wichtigste Person in deinem Leben?

Die Familie. Sicher meine Eltern, meine Frau, mein Sohn und ein par Kollegen. Sie sind die wichtigsten für mich. Ich bin nicht der Typ der Fan von Schauspielern oder anderen Skifahrern ist. Es gibt aber einige Leute die einen grossen Einfluss auf mich haben. Da könnte ich nicht nur jemanden nennen.

Gibt es eine Entscheidung in deinem Leben dir du bereust oder die sehr wichtig war für dich?

Ja die Entscheidung mit der Arbeit aufzuhören und von Skifahren leben zu wollen. Dies war für mich bis jetzt am wichtigsten. Du kannst Ideen haben, aber bis du es machst braucht es einen langen Weg und viel Zeit. Ohne diese Idee damals würde ich nicht hier im Wallis leben und hätte meine Frau nicht kennen gelernt. Vielleicht schon, man weiss es nicht. Aber ich bin glücklich über meinen bisherigen Weg und meine Entscheidungen.

Letzte Worte?

Ja ich möchte ganz vielen Leuten danken. Meiner Familie, meiner Frau welche mich immer unterstütz und motiviert, sie gibt mir viel Kraft und glaubt an mich! Auch das ich alle die Reisen machen kann und so viel weg bin. Dank auch an meine Sponsoren, sie vertrauen mir sehr und glauben an meine Ideen, sie sind nicht nur Geldgeber, sondern wir haben eine super Zusammenarbeit.

<Aber ich bin glücklich über meinen bisherigen Weg und meine Entscheidungen.>

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